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Mieterbund warnt vor den Folgen des Ausverkaufs des öffentlichen WohnungsbestandesWeit mehr als 600.000 Wohnungen haben Bund, Länder und Kommunen in den letzten 5 Jahren an unterschiedliche Investoren verkauft. "Damit muss jetzt Schluss sein", forderte die Mieterbund-Präsidentin. "Die Ausverkaufspolitik öffentlicher und neuerdings auch privater Wohnungsunternehmen an ausländische Kapitalgesellschaften führt mittelfristig zu einem Verlust an preiswerten Wohnungsbeständen und droht, gewachsene Wohnstrukturen und das Zusammenleben von unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen zu beeinträchtigen. Darüber hinaus verlieren die Städte und Kommunen den Zugriff auf eigene Wohnungsbestände, und damit verschenken sie Einflussmöglichkeiten auf die kommunalen Wohnungsmärkte." Die auf dem deutschen Wohnungsmarkt agierenden anglo-amerikanischen Investorengruppen, wie Cerberus, Fortress und Annington, machen aus ihrer Geschäftspolitik kein Geheimnis: Es sollen Renditen zwischen 7,5 und 8 Prozent erwirtschaftet werden, Mieterhöhungen zwischen 2,5 und 4 Prozent pro Jahr stehen im Raum, Wohnungsverkäufe und Privatisierungen sind Bestandteil des Vermarktungskonzepts. Zur Zeit weiß niemand, wie lange die Investorengruppen die Wohnungsbestände halten, die sie heute kaufen. Renditesteigerungen kann nur bedeuten, dass zumindest ein Teil der Wohnungen in Eigentumswohnungen umgewandelt und weiterverkauft werden wird, dass im Wohnungsbestand Mieter mit überdurchschnittlichen Mieterhöhungen rechnen müssen, dass Investitionen zur Instandhaltung, Sanierung oder Modernisierung häufig keine Rolle mehr spielen werden oder als Instrument des "Mieterdrehens" eingesetzt werden. "Letztlich stehen beim Ausverkauf der großen öffentlichen Wohnungsbestände gewachsene Strukturen und Nachbarschaften auf dem Spiel. Das ist weder im Interesse der dort lebenden Menschen, noch im Interesse der Wohnungswirtschaft oder der Kommunen. Ich hoffe, dass auf Seiten der Wohnungsverkäufer jetzt endlich das Problembewusstsein vorhanden ist, dass den Worten auch Taten folgen", erklärte Mieterbund-Präsidentin Anke Fuchs. (...) "Wir brauchen bezahlbare Wohnungen in den Städten", forderte die Mieterbund-Präsidentin.
Auszüge aus einer Stellungnahme von Anke Fuchs, Präsidentin des Mieterbundes vom 17.Mai 2005 http://www.mieterbund.de/ |
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