Deutsche Kommunistische Partei - DKP
Minden
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Zitrone ausgequetscht
Minden vor der
Pleite
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- So schlimm stand es um die Finanzen
der Stadt Minden seit Bestehen der Bundesrepublik noch nie. Die früheren
Verheißungen, mit Ausgabenkürzungen und dem Verkauf von Tafelsilber
wie der Wohnhaus dem Defizit zu entrinnen, lösen sich wieder einmal
in Luft auf.
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- Die Wirtschafts- und Finanzkrise
hinterlässt tiefe Spuren. Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer brachen
im Jahr 2009 in Minden um 40 Prozent ein. Das übertrifft deutlich,
was andere Städte und Gemeinden zu erleiden haben. Allein dadurch entstanden
14 Millionen Euro weniger Einnahmen im Jahr 2009 als vorgesehen. Auch die
anteiligen Einnahmen aus der Einkommenssteuer gingen um 3,4 Millionen Euro
zurück. Kurzarbeit und Arbeitsplatzvernichtung schlagen hier zu Buche.
Weitere Einnahmeausfälle resultieren aus geringeren Schlüsselzuweisungen
vom Land NRW.
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- Realistisch wird nun mit dem
deutlichen Ansteigen der Erwerbslosigkeit gerechnet. Das bedeutet weiter
steigende Sozialausgaben.
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- Die Auswirkungen werden zunächst
Gebührenerhöhungen und Kürzungen z.B. im Bereich der Jugendarbeit
und der Freizeiten sein. Die Jugendzentren müssen mit weniger Mitteln
zurecht kommen. Etliche Aufgabenüberprüfungen in der Stadtverwaltung
können auf Privatisierungen hinauslaufen. Alles soll auf den Prüfstand.
Sogenannte Standardabsenkungen sollen erfolgen. Mit diesem Begriff
wird die Verschlechterung öffentlicher Dienstleistungen bis hin zur
Möglichkeit rechtwidriger Bescheide beschrieben. Davon können
Bezieher von Hartz IV ja schon heute ein Lied singen. Gerade bei den Armen,
die sich am schlechtesten wehren können und sich am wenigsten trauen,
wird schon heute gespart.
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- Richtig ist der Vorschlag, die
Gewerbesteuer nun endlich anzuheben. Das wird von Vertretern der heimischen
Wirtschaft natürlich abgelehnt und von ihnen ein Wehklagen über
die angeblich große Belastung mit Steuern angestimmt. In Wirklichkeit
zahlt die deutsche Wirtschaft seit Sommer 2009 nahezu keine Steuern mehr.
(1)
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- Hinzu kommen weitere Steuergeschenke
in 2010, u.a. durch das sogenannte Wachstumsbeschleunigungsgesetz. Es müsste
besser Reichtumsbeschleunigungsgesetz heißen. Denn in erster Linie
profitieren Millionenerben und Unternehmen. Bund, Länder und Kommunen
müssen damit weitere Steuerausfälle von jährlich rund 8,5
Milliarden Euro hinnehmen. Die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände
erklärte diese Belastungen als nicht verkraftbar. (2)
In Geiselhaft für
Banken und Profite
- Hunderte Milliarden an Staatshilfe
in Form von Bürgschaften, Kreditgarantien und Liquiditätshilfen
wurden und werden den Finanzinstituten zur Verfügung gestellt. Die
Banken und ihre Aktionäre verdienen prächtig an den Geldern für
die Bankenrettungsschirme. An den Emissionen dieser Anleihen, am Handel
und vor allem an der Spekulation mit ihnen. Das Geld dazu erhalten sie für
Billigstzinsen. Und schon kann die Deutsche Bank für sich und ihre
Aktionäre wieder stolze Gewinne verkünden.
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- Der
Gerettete bittet den Notarzt zur Kasse. Die Beschäftigten, die Armen,
die Rentner werden in Geiselhaft genommen. Sie sollen für die gewaltigen
Verluste und Schulden dieses Kapitalismus aufkommen. Die explodierende Staatsverschuldung
wird zum Alibi für höhere Massensteuern und den sozialen Kahlschlag
auf allen Ebenen genommen. Damit das richtig zieht, hat die Große
Koalition noch eine Schuldenbremse in das Grundgesetz hineingeschrieben.
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- Vorsorglich wurde bereits von
der Großen Koalition ein Gesetz zur Beschleunigung von Öffentlich
Privaten Partnerschaften (ÖPP) bzw. Public Private Partnership (PPP)
beschlossen. Mit der Armut der Kommunen soll die Privatisierung erpresst
werden. Aus der öffentlichen Daseinsvorsorge sollen gewinnbringende
Geschäfte werden.
Die Kernfrage:
Wer enteignet wen?
- In dem Zuge, in dem die Zinszahlungen
an die Geldvermögensbesitzer steigen, gehen im selben Maß private
und öffentliche Nachfrage zurück. Und es dreht sich ein neues
Spekulationsrad. Die nächste Krise wird vorbereitet und die jetzige
ist noch keineswegs zu Ende. Entweder enteigenen die Bankaktionäre
die Bürger oder die Bürger enteignen die Bankaktionäre.
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- Entweder zahlen die Krisenopfer
auch noch die Folgen der Krise oder es werden endlich die zur Kasse gebeten
die diese Krise verursacht und daran hervorragend verdient haben. Die 810.000
Dollar-Millionäre in Deutschland haben ihr Geldvermögen vor allem
über Finanzanlagen und Vermögensverwaltung der Banken angereichert.
Müssten diese Reichen eine Vermögensabgabe von 5 Prozent zahlen,
so kämen über 115 Milliarden Euro im Jahr zusammen. Geld ist also
da. Es ist auch durch Verzicht auf Auslandseinsätze der Bundeswehr
und den Verzicht auf neue Waffensysteme zu holen.
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- Wenn Bürgermeister Buhre
meint, dass kein noch so drastisches Sparen die dramatische Haushaltssituation
verändern wird, so ist ihm uneingeschränkt zuzustimmen. Doch allein
mit Briefen an die Bundesregierung ist diese Politik nicht zu stoppen. Eine
andere Politik wird nur mit erheblichem Druck aus den Verwaltungen und Betrieben
und von der Straße durchgesetzt werden können.
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- Gerade in Zeiten der Krise werden
gut funktionierende soziale Sicherungssysteme und eine gute kommunale Infrastruktur
gebraucht. Der Kampf um den Erhalt des Bestehenden und für eine ausreichende
Finanzausstattung der Städte und Gemeinden muss nun entschiedener geführt
werden. Dafür ist es notwendig, dass alle Betroffenen zusammenstehen,
sich nicht gegeneinander ausspielen lassen und gemeinsam Druck für
eine andere Politik machen.
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- Die Städte und Gemeinden
brauchen ein Programm zu ihrer Entschuldung. Es würde nur den Bruchteil
der Bankenrettungsschirme kosten. Es wäre dafür aber wirkungsvoll
und kein Fass ohne Boden.
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- Als ersten Schritt brauchen
die Städte und Gemeinden ein Zinsmoratorium, den Stop ihrer Zinszahlungen
an die Finanzinstitute. Damit die Reichen nicht noch weiter an der Armut
der Städte und Gemeinden verdienen.
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- Anmerkungen:
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- (1) Handelsblatt vom 22.12.2009
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- (2) Stellungnahme zum Entwurf
eines Gesetzes zur Beschleunigung des Wirtschaftswachstums vom 27.11.2009.
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- DKP Minden, Januar 2010
dsdf
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