Deutsche Kommunistische Partei - DKP
Minden
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Mindener Haushaltsdebatte:
Geisterfahrer
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- Die Haushaltssituation der Stadt
Minden ist dramatisch. Ein Minus von 31 Millionen ist kein Pappenstiel.
Damit ist die Stadt aber in guter Gesellschaft. Nur 14 von 355 Städten
und Gemeinden in NRW werden noch einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen
können. Die Lage wird sich nach Angaben des Städtetages weiter
verschlechtern: Eine reale Gefahr der Überschuldung wird für
die kommenden Jahre von nahezu jeder zweiten Mitgliedsstadt gesehen.
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- Von Pleite ist in Minden die
Rede. Das ist aber relativ zu sehen. Es geht nur um eine buchhalterische,
rechnerische Pleite. Das errechnete Eigenkapital ist dann betriebswirtschaftlich
gesehen aufgezehrt. Problematisch daran ist, dass dann nach geltender Rechtslage
der Zwang besteht, zu kürzen bis die Schwarte kracht. Das wird dann
einfach von oben befohlen.
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- Geradezu skurril war das Auftreten
insbesondere von CDU, FDP und Bürgerbündnis (BBM). Sie überboten
sich in den letzten Tagen und Stunden vor der Haushaltsdiskussion im Stadtrat
mit Kürzungsvorschlägen. Die CDU zauberte einen 15-Millionen-Sparvorschlag
aus der Tasche. Die CDU denkt nicht im Mindesten daran, in irgendeiner Weise
die mangelnden Einnahmen der Stadt als Problem anzuerkennen. Kein Wunder,
müsste sie sich doch mit den Entscheidungen ihrer Partei in Düsseldorf
und Berlin anlegen. Kostet die Stadt doch allein das Wachstumsbeschleunigungsgesetz
600.000 Euro. Da legen sie doch lieber die große Axt an Schwimmbäder,
Arbeitsplätze, Sozialausgaben usw. Die FDP schoss den Vogel ab: Sie
will massenweise Arbeitsplätze in der Verwaltung vernichten. Von 125
Stellen war die Rede. Das würde das Stillegen ganzer Bereiche von Verwaltung
und Dienstleistungen bedeuten. Diese Stellenvernichtung wäre nur mit
Kündigungen möglich. Dabei erledigt die Stadt Minden ohnehin nur
noch ihre gesetzlichen Pflichtaufgaben.
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- Die SPD beugt sich aber ebenfalls
den Vorgaben von oben. Die Schulbudgets wurden kurzerhand um ein Fünftel
gekürzt. Die Privatisierung des Stadttheaters und anderer Bereiche
wird diskutiert. Und die Übernahme der Schulbuchkosten für die
Kinder aus armen Familien steht zur Disposition. Von Widerstand keine Spur.
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- Wurde wenigstens beim Besuch
der Bürgermeister des Kreises beim Minister Schäuble ein klares
Wort gesprochen? Wir wissen es nicht. In der heimischen Presse erschien
nur ein netter Fototermin. Und aufhorchen lässt der zitierte Spruch
Schäubles: Die großen gesellschaftlichen Potentiale
vor allem in den sozialen Bereichen lassen sich nicht wecken, wenn
der Staat meint, alles selbst erledigen zu müssen. Da spricht
das Programm der Berliner Koalition von CDU/CSU/FDP, in dem unmissverständlich
alle staatlichen Aufgaben massiv eingeschränkt werden sollen. Das bedeutet
Vernichtung und Privatisierung der öffentlichen Daseinsvorsorge, auf
die alle Menschen mit und ohne Job angewiesen sind. Dagegen werden politische
Entscheidungen auch weiterhin dafür sorgen, dass die Konten der Reichen
und der Banken und Konzerne gefüllt werden.
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- Dank der Reichtumspflege von
SPD/GRÜNE, der Großen Koalition und der jetzigen CDU/CSU/FDP-Regierung
in Berlin sind im Krisenjahr 2009 die privaten Geldvermögen in Deutschland
um 200 Milliarden Euro gestiegen. Das entspricht zwei Drittel des Bundeshaushalts.
Von diesem Geldermögen besitzt die ärmere Hälfte der Bevölkerung
gar nichts. Und das obere 1 Prozent mehr als die Hälfte. Stünde
auch nur ein Teil dieser 200 Milliarden für Löhne und Gehälter
und für öffentliche Aufgaben bereit: Es gäbe viele Probleme
gar nicht!
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- Wer die Städte und Gemeinden
und damit unsere öffentliche Daseinsvorsorge retten, wer soziale Sicherheiten,
Gesundheit und Bildung bewahren und ausbauen, wer Arbeits- und Ausbildungsplätze
erhalten und schaffen will, der muss für eine andere Verteilung des
Reichtums in unserem Land eintreten. Der muss die Frage stellen, wer verfügt
über den gesellschaftlichen Reichtum? Notwendig ist eine aktive Verteidigung
unserer sozialen und demokratischen Rechte.
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- Die Haushaltsdebatte zeigt,
dass uns die eigentlichen Grausamkeiten in Minden erst noch bevorstehen.
Das ist auch auf Bundesebene der Fall.
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- Die DKP setzt sich dafür
ein, breite Bündnisse für eine andere Politik zu schaffen. Ohne
antimonopolistische Eingriffe werden entsprechende Reformen und die erforderliche
tief greifende Umverteilung des Reichtums von Oben nach Unten, von den privaten
Supervermögen in die öffentlichen Haushalte, ... nicht möglich
sein. (Aus dem Programm der DKP). Die DKP wirbt zugleich für
die Vertiefung antikapitalistischer Einsichten und Positionen und einer
sozialistischen Perspektive. Die von Krisen geschüttelte kapitalistische
Profitwirtschaft muss von einer gemeinschaftlich und verantwortungsbewusst
geplanten und von Solidarität getragenen Gesellschaft abgelöst
werden.
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- Anmerkungen: (1) Gemeindefinanzbericht
2009 des Städtetages Nordrhein-Westfalen, November 2009
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- DKP Minden Februar 2010
dsdf
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