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Private-Equity-Fonds:

Kaufen, ausplündern, wegwerfen

Tricon hat 67 Prozent der Aktien von Kampa und ist damit Hauptaktionär. Er wickelt das Geschäft bei Kampa über seine Tochter „Blitz F05-417 GmbH“ ab. Tricon ist ein Private-Equity-Fonds. Das "Private" steht dabei für "nicht an der Börse notiert", das Equity ist das englische Wort für Eigenkapital.

Die Private-Equity-Fonds machen dasselbe, was der gemeine Spekulant oder Fonds an der Börse auch macht. Er handelt aber nicht nur mit Bruchteilen von Unternehmen, sondern gleich mit ganzen Unternehmen. An der Grundregel, billig zu kaufen und teuer zu verkaufen, ändert sich dabei natürlich nichts. Ganz anders aber wirkt sich das geänderte Verhalten der Fonds auf die betroffenen Unternehmen aus.

Der wichtigste Trick, um eine hohe Rendite zu erzielen, besteht darin, das Unternehmen zu einem möglichst hohen Anteil mit geborgtem Geld zu kaufen. Die Banken sind gerne bereit, Kredit zu geben. Dank Umverteilung von Unten nach Oben gibt es weltweit einen großen Überfluss von Kapital, das nach Rendite sucht. Es herrscht der schiere Anlagenotstand.

Mit der hohen Verschuldung vervielfachen die Fonds-Manager den Aktionsspielraum ihres Kapitals sowie die Rendite auf dieses Kapital. Sie können es wegen der eigenen hohen Verschuldung aber nicht zulassen, dass sich das Unternehmen - etwa zur Finanzierung von Investitionen - selber verschuldet. Im Gegenteil, sie müssen darauf dringen, dass radikal die Kosten gesenkt werden.

Den Gewinn des Unternehmens gilt es dann mit allen Mitteln hochzutreiben; durch Rationalisierung, Personalabbau, Schließung von Bereichen oder Teilbereichen, Zusammenlegung von Betrieben und Bereichen und dem Verzicht auf Investitionen. Schließlich wird mit Profit ausgestiegen durch Verkauf oder Börsengang des Unternehmens.

Ist das Unternehmen vorher unter der Last der Kredite zusammengebrochen, bleibt immer noch der Verkauf von restlichen Teilen oder der Konkurs. Die Beschäftigten haben auf jeden Fall die Kosten und die Folgen zu tragen. Die Steuerzahler ebenfalls; die Veräußerungsgewinne brauchen dank rot-grüner Steuerreform nicht mehr versteuert zu werden.

DKP Minden, Oktober 2007


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